Frankfurt a.M. , 30. Oktober 2013. „Unlauter“ nannte Knud Zilian, Personalrat und Sprecher des DJV im Hessischen Rundfunk, das Ansinnen der Geschäftsführung, im Rahmen der Gehaltstarifverhandlungen, die Rentenansprüche anzugreifen. „Wer tarifliche Zusagen nicht einhalten will, dem kann man nicht vertrauen. Das Kürzen der Renten betrifft nicht nur die Ehemaligen, sondern auch die Aktiven, denn sie können sich auf künftige tarifliche Zusagen nicht mehr verlassen. Es ist auch ein unlauteres Verhalten, einen Spalt zwischen die Mitarbeiter zu treiben. Das darf es in einem Betrieb wie diesem nicht geben“, forderte Zilian. Mit Zustimmung und Applaus bestätigten das die Anwesenden.
Auch Doris Piel, Sprecherin der Tarifgemeinschaft, wies darauf hin, dass der Angriff auf die Berechtigungsrente nicht nur die Rentner sondern alle betreffe. Man dürfe nicht zulassen, dass die Geschäftsleitung Alte gegen Junge und Freie gegen Feste ausspiele. Die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Karin Alles, erinnerte an die Zahl der Planstellen, die eingespart werden sollen, dies beliefe sich auf eine Kürzung von 30 Prozent. Und wer jetzt Einschnitte in die Altersversorgung hinnehme, gebe „grünes Licht“ für Einschnitte bei der eigenen Altersversorgung. Elisabeth Treff, Mitglied des Gesamtpersonalrats, forderte deshalb auch von der Geschäftsleitung, den gesellschaftspolitischen Auftrag, den die Öffentlich Rechtlichen Anstalten haben, in die Diskussion zu integrieren.
In der „Goldhalle“, die ihren Namen übrigens von den goldfarbenen Säulen des Raumes vor dem großen Sendesaal hat, wurde die Diskussion in der Mittagspause fortgesetzt, eine warme Suppe half, die Stimmung über den Gefrierpunkt zu heben.
Die Tarifverhandlungen beim hr befinden sich in der dritten Runde. In allen anderen Öffentlich Rechtlichen Anstalten ist bereits ein Abschluss erzielt worden. Er bewegt sich in einem Volumen von zirka 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von knapp zwei Jahren.
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