Geschafft! - Tarifverhandlungen abgeschlossen!

Nach schwierigen Gehaltstarifverhandlungen und den ersten Informationen durch den Intendanten wurden die Ergebnisse für die nächsten 24 Monate konkretisiert.
Tarifverhandlungen beim hr mit zufriedenstellenden Ergebnissen. Foto: Sonja Lehnert

Frankfurt, 22.11.2013 - Mit einer Laufzeit von 24 Monaten (bis 30.09.2015) bedeuten die Ergebnisse im Einzelnen:

1.Lineare, tabellenwirksame Gehaltstariferhöhung von 2,3 % zum 01.01.2014
Jede/r ArbeitnehmerIn des hr, befristet oder unbefristet, erhält ab dem 1. April 2014 entsprechend seiner Gehaltsgruppe/-stufe diesen Prozentsatz mehr, gerundet auf volle Euro. Versorgungsempfänger erhalten diese prozentuale Erhöhung auf ihre derzeitigen Versorgungsbezug, so wie dies in dem entsprechenden Versorgungstarifvertrag und in der Versorgungszusage jedes Einzelnen festgeschrieben ist.

2. Lineare, tabellenwirksame Gehaltstariferhöhung von 2,3 % zum 01.01.2015
siehe Punkt 1.

3. Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro im Dezember 2013
Als Ausgleich für die in dieser Tarifverhandlung offenen Leermonate Oktober bis Dezember 2013. Leermonate zählen nicht mehr zum Geltungszeitraum des alten Tarifvertrags. Die Auszahlung erfolgt im Monat Dezember 2013, an alle die am 1.Dezember 2013 in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen (anteilig bei Teilzeit).
Für Beschäftigte in Zeitverträgen beträgt die Einmalzahlung 500 Euro, da für sie der Tarifvertrag für Zeitwertkonten oder ein Versorgungstarifvertrag keine Gültigkeit hat.

4. Familienzuschlag
Dieser wird ab 01.01.2014 für alle Anspruchsberechtigten in voller Höhe (derzeit 117 Euro) gezahlt, das heißt § 29 Abs. 6 MTVhr entfällt. Alle anderen Regelungen des § 29 gelten weiter.

Die von hr Seite angebotene Erhöhung des Familienzuschlag auf 130 Euro hätte mit einer Reduzierung der tabellenwirksamen Gehaltssteigerung von 0,2% „erkauft“ werden müssen. Gerechnet hätte sich das nur auf Seiten des hr.

5. Einstellung in Zeitwertkonten
Diese Idee kam von der Tarifgemeinschaft!
Diese echte soziale Komponente konnte mit der Einstellung eines Einheitsbetrags in Höhe von 300 Euro, der jährlich erstmals  ab 01.04.2014 in das Zeitwertkonto 2 eines jeden/r Arbeitnehmers/in eingestellt wird, erreicht werden. Dieser Betrag wird auch bei jeder künftigen tabellenwirksamen Gehaltstariferhöhung entsprechend dynamisiert.

6. Einstellung in Zeitwertkonten für die Kolleginnen und Kollegen die unter den         VTV (Versorgungstarifvertrag vom 30.03.1998) fallen:
Analog der Beschreibung unter Punkt 5 erhalten diese zusätzlich zu den oben genannten Wert beginnend ab 01.04.2015 jährlich laufend einen Einheitsbetrag von 500 Euro in das Zeitwertkonto 2, dieser wird auch bei jeder künftigen tabellenwirksamen Gehaltstariferhöhung entsprechend angepasst.

Kleines Rechenbeispiel:
Anspruch eines Vollzeitbeschäftigen bis ins Jahr 2030
Einzahlung jeweils zum 01.04. mit 500 Euro, angenommene jährlich Dynamisierung von 2,3 %+ Zinseszinsertrag (ang. 3%) aus dem ZWK 2  = wären insgesamt knapp 14.000 Euro                    

Das ist ein solidarischer Ausgleich der sog. „Altversorgten“ und Versorgungsempfängern gegenüber den neuen, jungen Kolleginnen und Kollegen, die zugunsten der VTV’ler auf Teile ihrer Gehaltstariferhöhung verzichtet haben. Das muss hier in aller Deutlichkeit gesagt werden!

Zum guten Schluss:
Gerne hätte die Verhandlungskommission der Tarifgemeinschaft das Angebot des Intendanten der „hr.2020 Arbeitsverdichtungszulage“ angenommen. Dies ist jedoch rechtlich nicht haltbar und würde den gegenwärtigen Bemühungen einer Dienstvereinbarung Gesundheitsmanagement u. ä. widersprechen. Es steht dem Intendanten jedoch frei, aus seinem Prämienetat der Belegschaft seine Anerkennung zu zeigen. Eine solche Zulage hätte sich auch anteilig auf die Renten ausgewirkt!

Ein letzter Hinweis zu den Einsparungen für den hr – diese würden nach dem Modell des Intendanten vor allem durch die Aktiven getragen, da für diese der Hauptanteil der Rückstellungen hätte gebildet werden müssen.

Zur Verhandlungskommission der Tarifgemeinschaft zählen:
Doris Piel (Sprecherin der Tarifgemeinschaft, ver.di) Uli Breuer (ver.di), Günay Defterli (ver.di), Barbara Gabi (ver.di), Thomas Klee (ver.di), Michael Irion (dov), Anja Willmann (ver.di), Achim Wolff (djv), Knud Zilian (djv).

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