Erste Tarifrunde Zeitungen ohne Ergebnis beendet. Statt 6 Prozent mehr wollen Verleger „Regionalisierungsmodell“

Nach der knapp vierstündigen Verhandlung zur ersten Tarifrunde in Frankfurt trennten sich die Journalistengewerkschaften DJV und ver.di mit den Zeitungsverlegern (BDZV) ohne konkrete Ergebnisse.

Frankfurt/M., 19. Juli 2013 - Ohne konkrete Ergebnisse endete am heutigen Nachmittag in Frankfurt/Main die erste Runde der Tarifverhandlungen der Journalistengewerkschaften DJV und ver.di mit den Zeitungsverlegern (BDZV). In den knapp vierstündigen Verhandlungen blieb der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger konkrete Vorschläge oder Forderungen für neue Tarifverträge für die rund 14.000 Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen schuldig. Von Verlegerseite wurde allgemein über die Einführung regionaler Tarifstrukturen gesprochen, die an die jeweilige Kaufkraft gekoppelt sein sollten. „Den Widerspruch zwischen Regionalisierung und Flächentarifvertrag konnte der BDZV nicht auflösen“, kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Es gebe auch „keine konkreten Vorschläge, wie die Zeitungsverleger das realisieren wollen“.

Als weitere Themen für die Tarifverhandlungen benannten die Verleger Veränderungen beim Jahresurlaub, bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Bindung der Berufsjahrstaffeln an Leistungskomponenten. Die Forderung des DJV nach sechs Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die Zeitungsjournalisten bezeichnete der BDZV als „überzogen“. Über höhere Gehälter und Honorare werde nur im Zusammenhang mit anderen Tarifthemen verhandelt. Nach Überzeugung der Verleger müssten „automatische Gehaltssteigerungen nach Dienstjahren“ abgeschafft und durch „leistungsgerechte Komponenten“ ersetzt werden.

„Wir bleiben dabei: sechs Prozent mehr für die Kolleginnen und Kollegen und Einbindung der Onliner in die Tarifverträge“, bekräftigte Döhring. „Die persönlichen Leistungen der Journalisten dürfen von den Verlegern nicht missachtet werden. Eine Hängepartie in den Verhandlungen haben sie nicht verdient.“ Der DJV-Verhandlungsführer erwartet, dass die Verleger zur nächsten Verhandlungsrunde konkrete Vorschläge vorlegen. Als neuer Verhandlungstermin wurde der 23. August in Frankfurt vereinbart.

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