Mit den fünf gleichrangigen und mit je 6.000 Euro dotierten Einzelpreisen werden Autoren ausgezeichnet, die nach den von Theodor Wolff gesetzten Maßstäben „das Bewusstsein für Qualität und Verantwortung journalistischer Arbeit lebendig erhalten“. Es werden Beiträge ausgezeichnet, die ein bedeutsames Thema behandeln oder wegen ihres Neuigkeitsgehalts und der Art der Präsentation für einen wachen Journalismus beispielhaft erscheinen. Hierfür eignen sich besonders die klassischen journalistischen Stilformen – Hintergrundbericht, Reportage, Feature, Kommentar, Glosse und Leitartikel.
Je zwei Einzelpreise werden für Artikel aus den Kategorien „Lokaljournalismus“ und „Reportage, Essay, Analyse“ ausgesetzt; außerdem wird ein Preis im Bereich „Meinung, Leitartikel, Kommentar, Glosse“ ausgelobt. Berücksichtigt werden Artikel, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember
2013 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung oder online auf den Websites der Zeitungen erschienen sind.
Bewerben können sich Journalistinnen und Journalisten aus allen Sparten: Politik, Wirtschaft, Lokales und Kommunalpolitik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft, Sport, Tourismus, Lebenshilfe, Parlaments-, Gerichtsberichterstattung usw. Auch Vorschläge von dritter Seite – Verleger, Chefredakteure, Ressortleiter etc. – sind möglich. Selbstverständlich werden bei der Bewertung die Bedingungen berücksichtigt, unter denen die Artikel zu Stande gekommen sind. Das bezieht sich vor allem auf die unterschiedlichen Voraussetzungen journalistischer Arbeit bei großen, mittleren und kleinen Zeitungen, bei Tages-, Sonntags- und Wochenblättern.
Wer schon einmal mit dem Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden ist, kann sich nicht ein zweites Mal bewerben.
Die Jury ermittelt die neuen Preisträger am 7. Mai 2014. Die Preise werden am 10. September 2014 in Aachen verliehen.
Theodor-Wolff-Preis
Die Anerkennung der Journalistinnen und Journalisten mit dem Theodor-Wolff-Preis beruht auf der Grundlage der von Theodor Wolff gesetzten Maßstäbe – demokratische und gesellschaftspolitische Verantwortung, politischer Sensus, gründliche Recherche, eingehende Analyse und breite Information sowie Vorbildlichkeit in Sprache, Stil und Form.
Seit 1973 ist der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger Träger des Journalistenpreises. Entscheidendes Kriterium für die Preisverleihung ist – neben journalistischer Qualität – die Bedeutung der vorgelegten Arbeiten für die Öffentlichkeit.
Theodor Wolff
Theodor Wolff, Schriftsteller, Publizist und Kritiker, wurde am 2. August 1868 in Berlin geboren, wo er am 23. September 1943 auch starb. Als Neunzehnjähriger begann er 1887 im Verlag seines Vetters, Rudolf Mosse, eine journalistische Ausbildung in allen Abteilungen des Verlagshauses (Mosse-Verlag), zu dem auch das Berliner Tageblatt gehörte. Als Paris-Korrespondent schrieb Wolff dafür zahlreiche Beiträge, die sich mit dem öffentlichen Leben in Frankreich befassten. 1896 wurde er durch seine Berichterstattung zur Dreyfus-Affäre bekannt.
Im Herbst 1906 bot ihm sein Vetter die Leitung des Berliner Tageblatts an. Bis 1933 blieb Wolff dessen Chefredakteur und entwickelte es zur einflussreichsten Hauptstadtzeitung. Er etablierte die Zeitung als eine außenpolitisch gegen Großmachtspolitik und die daraus folgende außenpolitische Isolation gerichtete, innenpolitisch freiheitlich-demokratische „Gesinnungszeitung“. Er förderte in dieser Zeit viele Redakteure, deren Individualität für ihn eine wichtige Basis des liberalen Profils der Zeitung war. Wolff setzte sich ein für allgemeine zivile Bürgerrechte, gegen das militärische Selbstverständnis des Kaiserreiches, forderte die Abschaffung des Dreiklassenwahlsystems und eine „Parlamentarisierung“ der Reichsverfassung. 1933, nach dem Reichstagsbrand, floh Wolff über München zunächst nach Tirol, dann in die Schweiz. Da Wolff in der Schweiz keine Aufenthaltserlaubnis erhielt, ließ er sich Ende 1933 mit seiner Frau in Nizza nieder. Nach der Niederlage Frankreichs am 22. Juni 1940 versuchte Theodor Wolff erfolglos, nach Amerika auszuwandern. Zivilbeamte der italienischen Besatzungsmacht verhafteten ihn am 23. Mai 1943 in Nizza. Er wurde der Gestapo übergeben und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. An Phlegmone erkrankt, verlegte man ihn am 20. September 1943 in das Berliner Jüdische Krankenhaus, wo er drei Tage später verstarb. Theodor Wolff ist in der Ehrenreihe des Jüdischen Friedhofs in Berlin Weißensee beigesetzt.
Weitere Informationen zum Theodor-Wolff-Preis gibt es unter: www.bdzv.de/home-twp/
Bewerbungen bitte richten an:
Kuratorium Theodor-Wolff-Preis
Haus der Presse
Markgrafenstraße 15
10969 Berlin
Telefon 030 / 72 62 98-212
Telefax 030 / 72 62 98-217
E-Mail: twp@bdzv.de
Den Bewerbungsbogen finden Sie unter:
www.bdzv.de/fileadmin/theodor_wolff_user_upload/ausschreibung/ausschreibung2014/assets/Bewerbungsformular_TWP_2014.pdf

