Wolfgang Blau, Director of Digital Strategy beim britischen The Guardian, gab mit der Keynote das Startzeichen zum 10. DJV-Kongress „besser online".
„Den Wandel der Branche mental akzeptieren," habe er gehört, doch klinge das nach Tauerbewältigung und nicht nach aktivem Handeln. „Das Netz in die Hand nehmen", wie das Motto der Tagung lautete, bedeutete für Blau, endlich Schluss zu machen mit den Verflechtungen von Print und Online. Sicher bleibe Print als Medium bestehen, in Deutschland vielleicht noch etwas mehr als im europäischen und internationalen Vergleich, aber mehr als entspanntes Lesen am Wochenende anstelle der täglichen Informationsberschaffung von Nachrichten. Darauf seien die hiesigen Redaktionen noch nicht eingestellt, vieles, was im Print funktioniere, sei nicht auf online oder mobil zu übertragen. Vor allem für den öffentlich-rechtlichen Onlinejournalismus sei eine neue Struktur nötig. Darüber hinaus müsse aber jede Redaktion ihren Weg finden, mit dem Wandel umzugehen.
Von der Diskussionsrunde zum „Social- und Content-Management" über die Kooperationsmöglichkeiten in neuen Netzwerken bis zum Crowdfunding, Fotografieren fürs Netz und Mobile Reporting wurden die unterschiedlichsten Herangehensweisen an das Arbeiten und Präsentieren im Netz dargestellt. Das Angebot an Workshops und Diskussionsrunden war riesig, man konnte versuchen per Workshop-Hopping so viel wie möglich an Informationen einzuholen, doch waren dem auch Grenzen gesetzt - und sei es nur wegen der interessanten Inhalte, die man nicht verpassen wollte.
Der Kongress hat mehr als seinen Zweck erfüllt, Informationen rund um die Onlinearbeit zu bieten. Er war Ideenpool, Plattform für Diskussionen, Tool für die Meinungsbildung, Kontaktbörse, Quelle für weiterführende Informationen, Gespräche Zusammenarbeit etc. Er war praktisch, politisch, trendig und die Botschaft eindeutig: Das Netz in die Hand nehmen und mit allen seinen Möglichkeiten nutzen.
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| Hans U. Heuser, Erster Vorsitzender des Landesverbands Hessen (1. Reihe, 3.v.l.), nahm am Kongress teil. | Wolfgang Blau, Director of Digital Strategy beim The Guardian, eröffnete den Kongress. |
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| Eröffnungspodium mit Wolfgang Blau und Peter Jebsen (r.), Axel Springer AG, DJV-Bundesvorstand. | Social Media Management - Content Management. Diskussion mit Thomas Leidel, n-tv, Heike Gallery, gute-frage.net GmbH, Moderatorin Andrea Diener, FAZ, und Markus Hofmann, fudder.de (v.l.n.r.) |
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| Weltneuheit google-glas wurde von Peter Isemann, Google.de, erklärt. | Moderator Marco Helgert, Head of IT Portal Business, sprach mit Jana Lavrov, Editorial SEO bei Zeit online, über Suchmaschinenoptimierung. |
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| Crowdfunding praktisch erklärt von Lisa Altmeier und Steffi Fetz (2.v.r., r.), TV-Autorinnen beim BR, Dr. Andreas Bittner, freier Journalist (l.), moderierte. | Peter Isemann, Device Specialist bei Google, gab Ratschläge für die Online-Recherche. |
![]() | Das Abschlusspodium diskutierte über die Entscheidung des EuGH: Recherchefreiheit vs. Recht auf Vergessen. Auf dem Podium v.l.n.r.: Dr. Rolf Bremer, Unternehmenssprecher von Google Deutschland, Lorena Jaume-PalasÃ, Dozentin für Rechtsphilosophie, Moderator Alexander Fritsch, Vorsitzender JVBB und freier Journalist, Sabine, Leutheusser-Schnarrenberger, Google Beirat, ehemalige Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, und Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz Schleswig-Holstein. Fotos: Sonja Lehnert |










