Frankfurt, 20. Februar 2014 – Kein Lohnabschluss auf Kosten des Manteltarifs hieß es beim Streik der Redakteurinnen und Redakteure der Frankfurter Neuen Presse FNP am Mittag des 20. Februar. Im DGB Haus in Frankfurt versammelten sich etwa die Hälfte der 80 Redakteure der FNP zu einem ganztägigen Streik. Michael Anger, Deutscher Journalistenverband DJV, und Manfred Moos, ver:di, eröffneten den Warnstreik.
Die Arbeitgeberseite hat sich in den Verhandlungen nicht von der Stelle bewegt. Bei der Streikaktion der FNP in Frankfurt sind sich die Gewerkschaften einig, dass weder die minimalen Gehaltsanhebungen noch Einschnitte im Manteltarif akzeptiert werden. „Hier wird ein gesellschaftlicher Vertrag aufgekündigt", sagte Michael Anger, „neu eingestellte Mitarbeiter steigen mit Niedriglöhnen ein, ohne im Laufe ihres Berufslebens die Möglichkeit zu haben, mehr zu verdienen."
Noch einmal wurden die unzumutbaren Vorschläge der Verleger zum Tarifabbau statt -umbau klar benannt. In dieser zähen Verhandlungslage stellt sich die Frage, wie lange sich die Gewerkschaften noch an den Verhandlungstisch mit den Verlegern setzen wollen.

Am Nachmittag wurde der Streik der Redakteure der FNP vor die Tore der SocietätsDruck in Mörfelden verlegt. Dort fand die Aktion zusammen mit dem Warnstreik der Drucker statt, deren zweite Tarifrunde ergebnislos verlaufen war.
Der DJV fordert sechs Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die
 Zeitungsjournalisten sowie die Integration der Onliner in die Tarifverträge.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat hingegen eine Kopplung der 
Gehälter an die regionale Kaufkraft und die Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld in erheblichem Umfang zur Voraussetzung für einen möglichen
 Tarifabschluss gemacht. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 8. März in
 Hamburg stattfinden.

