Frau Macht Medien – 10. Journalistinnenkongress in Köln

Journalistin 3.0 – was machen wir mit den Medien, was machen die Medien mit uns?
Motivation und Ausblick - was machen wir mit den Medien, was machen die Medien mit uns? Foto: Sonja Lehnert

Wiesbaden, 12. März 2014 – Zwei Podiumsdiskussionen mit spannenden Teilnehmerinnen, mehrere Workshops mit handfesten Ergebnissen, 130 networkende Journalistinnen und unter anderem die Erkenntnis, dass die Karriere oft keine Leiter sondern ein Klettergerüst ist, zählten zur Bilanz des informationsreichen Wochenendes 8./9. März in Köln beim 10. Journalistinnenkongress.

Während am Samstag in Hamburg die achte Tarifrunde Zeitungen stattfand, für die Ulrike Kaiser, stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende, die Solidarität des Kongresses bekundete, setzten sich auch die Teilnehmerinnen intensiv mit ihrem Arbeitsalltag auseinander, der alle Facetten journalistischen Arbeitens beinhaltete und angestellte wie freie Mitarbeiterinnen einschloss.

In den Diskussionsrunden wurde schnell klar, dass auch im Bereich der Neuen Medien der Frauenanteil auf Führungsebene mit 5 Prozent verschwindend gering  ist. So ist unter den zehn besten Blogs nur eins von Frauen zu finden. Aber genau das sei einer der Punkte, sagte Dr. Mechthild Mäsker, Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit, warum Journalistin 3.0 so wichtig sei. Und natürlich müsse auch multimedial für einen Qualitätsjournalismus gestritten werden, lautete ihr motivierender Einstieg in den Kongress.

In den Diskussionen waren sich die Teilnehmenden schnell einig, dass das multimediale Arbeiten neben allen Vorteilen auch Gefahren wie Allzeitbereitschaft und dadurch den viel zitierten Burnout beinhalte. Deshalb sei es wichtig zu lernen, Pausen einzulegen. Optimistisch zeigten sich die jungen Kolleginnen, aufgrund ihrer Sozialisation sowieso medialer aufgestellt als je zuvor, für die Geld, Macht und ein geregeltes Berufsleben noch keine so große Rolle spielten, dafür aber der Fokus auf Abwechslung, Neugier und lebenslangem Lernen liege. „Wir wollen den Männern nicht das Feld überlassen“, resümierte Bloggerin Katrin Rönicke.

Die hohe Teilnahme an den fünf Workshops spiegelte das gegenwärtige Interesse an den Themen Crowdfunding, digitale Selbstvermarktung, Bücher in gedruckter und digitaler Form, Zeitmanagement und Bildjournalismus wider. Dadurch erhielten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, das Fachwissen und die Anregungen der Referentinnen direkt in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.
 
In der Abschlussdiskussion betonte Andrea Ernst vom Journalistinnenbund: „Emanzipation wäre dann erreicht, wenn wir uns das gleiche Maß an Durchschnittlichkeit erlauben dürften wie Männer.“ Zuspruch und Beifall erhielt die Forderung aus dem Publikum, dass vor allem auch Frauen gegenüber Frauen solidarischer werden müssen. Daran gelte es zu arbeiten. sl

 

Dr. Mechthild Mäsker, Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit, begrüßte die Teilnehmerinnen und moderierte die Diskussionsrunden.130 Journalistinnen nahmen am Kongress „Frau Macht Medien" in Köln teil.
Ulrike Kaiser, stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende, bekundete bei ihrer Eröffnung die Solidarität des Kongresses für die achte Tarifrunde Zeitungen, die zeitgleich stattfand. Diskussionsrunde mit Katrin Rönicke (Bloggerin, Feministin), Katalin ValeÅ¡ (Journalistin, Autorin) und Heike Rost (freie Fotografin und Journalistin), moderiert von Dr. Mechthild Mäsker (Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit), v.l.n.r.
Workshop mit Jennifer Jones, Leitung Onlinemarketing und Social Media, Rowohlt Verlag (Mitte).Abschlussdiskussion mit Nora Jakob (Vorstand Verein Pro Quote), Ulrike Kaiser (stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende) und Andrea Ernst (Vorsitzende Journalistinnenbund), moderiert von Dr. Mechthild Mäsker (Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit), v.l.n.r. Fotos: Sonja Lehnert

 

 

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