Ohne nennenswerte Fortschritte endete am späten Nachmittag des 17. April 2014 in Berlin die zehnte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hielt an seinem Gehaltsangebot aus der letzten Verhandlungsrunde Ende März fest, das zweimal zwei Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren zum Inhalt hatte. „Das würde unter der zu erwartenden Teuerungsrate liegen“, kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Nach den Vorstellungen der Verleger sollten die Gehaltssteigerungen mit Abschmelzungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld um 0,36 Prozent jährlich verbunden sein, bis die Jahreseinkommen der Journalisten bei nur noch 13,5 Monatsgehältern liegen würden. Döhring: „Das läuft unter dem Strich auf ein Minus hinaus.“ Dieser Preis für den Erhalt der Flächentarifverträge sei zu hoch.
Nur wenig Bewegung brachte die Tarifrunde auch bei wichtigen Einzelfragen der Tarifverträge. Döhring kritisierte, dass der BDZV an der Einführung einer niedrigeren Gehaltseingruppierung von Redakteuren ohne journalistische Berufsausbildung festhielte. Bis zuletzt strittig sei der Zeitpunkt geblieben, von dem an die Betroffenen mit ihren Kollegen mit journalistischer Ausbildung gleichgestellt sein sollten. Auch die Anzahl der Urlaubstage ist nach wie vor strittig. Die Verleger forderten einheitlich 30 Tage für alle Neueinsteiger und eine Besitzstandswahrung für die Altbeschäftigten. Verhandlungsbedarf besteht auch noch hinsichtlich der vom DJV geforderten Einbeziehung der Onliner in die Tarifverträge, der Urheberrechtsklausel, der veränderten Inhalte der Volontärsausbildung und der künftigen Struktur des Gehaltstarifvertrags.
„Insbesondere nach der Ankündigung aus Kreisen der BDZV-Delegation, in der zehnten Runde einen Tarifabschluss zu erzielen, war mit deutlichen Verhandlungsfortschritten zu rechnen“, sagte der DJV-Verhandlungsführer. „Dazu kam es heute leider nicht.“ Positiv sei aber, dass für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen mit dem 23. April in Berlin ein schneller Anschlusstermin gefunden worden sei. zoe

