Wächterpreis würdigt kritischen Journalismus

Frankfurt, 16.05.2014 – Der Wächterpreis 2014 wurde an die Korrespondentin für Landespolitik der „Abendzeitung München“, Angela Böhm, verliehen. Ihre beharrliche Recherche deckte die so genannte „Verwandtenaffäre“ im Bayerischen Landtag auf.
Der Wächterpreis 2014 wurde an die Korrespondentin für Landespolitik der „Abendzeitung München“, Angela Böhm, verliehen. Foto: Sonja Lehnert

Der zweite Preis ging an Peter Berger und Joachim Frank vom „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sie recherchierten zur Haltung katholischer Kliniken bezüglich der Abweisung vergewaltigter schwangerer Frauen.

Der dritte Preis wurde Rudi Kübler und Christoph Mayer von der „Südwest Presse“ für die Aufdeckung enormer Fehlentwicklungen am Ulmer Universitätsklinikum zuerkannt.

Im feierlichen Ambiente des Kaisersaals im Frankfurter Römer eröffnete Stadtkämmerer Uwe Becker am Freitag, 16. Mai 2014, die Verleihung des „Wächterpreises der Tagespresse“ 2014. Er erinnerte an das erste frei gewählte Parlament 1848/49 in der nicht weit entfernten Paulskirche, das die Aufhebung der Pressezensur erwirkte. Damit war die Überleitung zum guten, sorgfältigen und kritischen Journalismus von heute geschaffen, der an diesem Tag gewürdigt werden sollte. Zwar kämen zahlreiche Preisträger aus der Liste der großen Medien, bestätigte der Stadtkämmerer, doch sei der Wächterpreis der Tagespresse auch gerade in den lokalen Medien vertreten. „Ich sehe den Lokaljournalismus als wichtigstes Standbein der Presselandschaft,“ lautete Beckers Meinung.

Der geschäftsführende Vorstand der Stiftung „Freiheit der Presse“, Gebhard Ohnesorge, sprach den zurückliegenden „Internationalen Tag der Pressefreiheit“ an und erinnerte daran, dass in den ersten Monaten dieses Jahres bereits 20 Journalisten während der Ausübung ihres Berufs ihr Leben lassen mussten und dass nur jeder sechste Mensch in einem Land mit Pressefreiheit lebe. Die Festrede hielt im Anschluss der studierte Theologe und Philosoph Prof. Dr. Richard Schröder, der einen großen Bogen zum Selbstverständnis als Nation zu Recht und Freiheit schlug. Juryvorsitzender Dr. Hermann Rudolph hielt die Laudatio und übergab die Siegerurkunden.

Die Trägerin des ersten Preises, Angela Böhm, richtete in ihrer Dankesrede auch einen Appell an die Verleger und erinnerte diese daran, dass Qualitätsjournalismus auch immer etwas koste. Man könne in den Redaktionen nicht nur sparen, denn das ginge letztendlich auf Kosten sorgfältiger Recherche und qualitativ hochwertiger Berichte.

Joachim Frank, einer der Preisträger des zweiten Preises, sprach den Umgang mit dem Journalismus in der Öffentlichkeit an. Es dürfe nicht so weit kommen, dass die Aufdeckung von Missständen als Kampagnen- und Schmierenjournalismus beschimpft würde.

Die Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dr. Hermann Rudolph, dem Herausgeber des Berliner Tagesspiegels, ausgewählt.  Die Stiftung vergab den Wächterpreis der Tagespresse in diesem Jahr zum 45. Mal.

Der erste Preis ist mit 12.000 Euro, der zweite Preis mit 8.000 Euro und der dritte Preis mit 6.000 Euro dotiert. (sl)

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