Grundlage für die Verhandlungen soll der kürzlich abgeschlossene Flächentarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure sein. Nach den beiden letzten Streiktagen in dieser Woche stimmte die Geschäftsleitung der Aufnahme von Haustarif-Verhandlungen endlich zu. Lange Zeit hatte die Unternehmensleitung andere Lösungen angestrebt. Die Auseinandersetzungen über angemessene, auch nach objektiven Maßstäben messbare Arbeitsbedingungen dauerten jetzt seit September 2013 an.
Der Vorsitzende des DJV Hessen Hans U. Heuser fand lobende und anerkennende Worte für diesen Erfolg. „Ungeachtet eines Tarifabschlusses bei der OP könnte allein die dortige Aufnahme von Tarifverhandlungen bei den Redakteurinnen und Redakteure anderer OT-Tageszeitungsverlage in Hessen ein großer Ansporn sein, es den Marburgern gleichzutun." Heuser weiter: „Es zeigt sich einmal mehr, dass Mut und Beharrlichkeit der Kolleginnen und Kollegen die besten Garanten sind, sich für ihre Rechte erfolgreich einzusetzen“. Der DJV-Chef forderte die OP-Geschäftsführung auf, die Verhandlungen nun zügig zu beginnen.
HINTERGRUND: Die mehrheitlich zum Madsack-Konzern in Hannover gehörende OP war 2008 in die Mitgliedschaft „Ohne Tarifbindung" (OT) des hessischen Verlegerverbandes gewechselt. Seitdem werden neueingestellte Redakteurinnen und Redakteure nur noch zu untertariflichen Konditionen beschäftigt. Auch den schon länger tätigen Journalistinnen und Journalisten wurden, anders als in den Vorjahren, Leistungen nicht mehr vollständig gewährt. (sl)
