20 Jahre Online-Journalismus – Thema beim Bürgergespräch der FAZ

Wiesbaden, 24.09.2014 – Gedruckter oder digitaler Inhalt – wo steht sie und wohin führt sie, die vielzitierte „Zeitungskrise“? Darüber diskutierten Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von FAZ.net und Sascha Lobo, Autor und Blogger, beim Bürgergespräch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im ausgebuchten Holzfoyer der Oper.
Werner D'Inka (r.), Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, begrüßte Moderator Carsten Knop (l.), FAZ-Redakteur, und die Podiumsgäste Bascha Mika, Mathias Müller von Blumencron und Sascha Lobo (v.l.n.r.). Foto Sonja Lehnert

Werner D'Inka (r.), Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, begrüßte Moderator Carsten Knop (l.), FAZ-Redakteur, und die Podiumsgäste Bascha Mika, Mathias Müller von Blumencron und Sascha Lobo (v.l.n.r.). Foto Sonja Lehnert

Die Schlagzeilen in der Zeitungsbranche wollen nicht enden. Wohin man blickt schrumpfen die Auflagen und das Anzeigenvolumen – und die Verlage. Bascha Mika verglich diesen Wandel mit einem Erdbeben, das den Boden unter den Füßen erschüttert. „Ratlosigkeit steht auf unserer Stirn“,  sagte sie zur Krise, die sie trotzdem auch als Chance, die genutzt werden könne, begriffen haben will. Sie sehe das Problem darin, dass den Printausgaben die Leser davonliefen, für Online noch kein vernünftiges Bezahlmodell gefunden sei und beiden der gemeinsame Nenner fehle.

Gerade im gegenseitigen Nutzen sah Mathias Müller von Blumencron jedoch die Chance, dass die Erfahrung der Print-Redakteurinnen und -Redakteure mit dem Mut und der Lust der Onliner kombiniert,  das Produkt der Zukunft liefern könne.

Sascha Lobo fragte, ob mit Print die junge Generation überhaupt noch zu erreichen sei. Wer Kinder im zeitungs-esefähigen Alter hat, musste nicht lange überlegen, offensichtlich wird die Zukunft nicht in den Printausgaben einer Tageszeitung und eines Nachrichtenmagazins liegen. Lobo sprach sich für die Aufhebung der Trennung Print / Online aus, einzig sei das Bezahlmodell für nahezu alle digitalen Publikationen noch unterentwickelt und ein Abo oder Einzelverkauf viel zu kompliziert. Für ein gutes Produkt seien Leserinnen und Leser aber durchaus bereit zu zahlen. Eine experimentelle Alternative sei in diesem Jahr das Projekt der „Krautreporter“ gewesen, die Geld für das Versprechen, guten Journalismus zu machen, sammelten.

Nach der etwa zweistündigen Diskussion, an der sich auch das Publikum beteilgte - unter anderem via Twitter - konnten Ergebnisse mit nach Hause genommen werden, die natürlich auch zu den Verantwortlichen gelangen müssten - Changemanagement, wie Bascha Mika äußerte, sei jedoch in den Unternehmen besonders schwierig umzusetzen.

Die Egebnisse des Abends fasste Moderator Carsten Knop, Redakteur der FAZ, zusammen:

  • Inhalte müssen die Qualität haben, für die Nutzer gerne bezahlen
  • Bezahlmodelle müssen bequem und unkompliziert werden
  • Emotionale Bindung der Leserinnen und Leser, die sich mit dem Produkt identifizieren, muss geschaffen werde.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann unter diesem Link abgerufen werden.

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