Das World-Wide-Web ist zumindest dafür geeignet, eine grenzenlose Social Community zu erreichen. Generiert es sie auch oder eher nur kleine und kleinste Gruppen? Joachim Becker, Direktor der LPR Hessen, sieht eine „Art neue Gemeinschaft“, die rasend schnell Neuigkeiten verbreiten und natürlich auch politisch beeinflussen kann, siehe Arabischer Frühling oder Pegida. „Aber ist es auch eine Gemeinschaft des Gemeinsinns?“, fragte er.
Prof. Dr. Lutz M. Hagen von der Technischen Universität Dresden umriss daraufhin erst einmal den Stellenwert, den das Internet im Vergleich zu den anderen Medien hat. Längst ist die Zeitung nicht mehr das aktuellste Medium und wird gerade von den jungen Leuten kaum noch genutzt. Sie nutzen das Internet auch als Nachrichtenquelle, doch sie sind gewohnt, die Inhalte umsonst zu bekommen. „Wie kann Qualitätsjournalismus so Bestand haben und finanziert werden?“, lautete Hagens abschließende Frage.
Prof. Dr. Caja Thimm, Universität Bonn, sowie Dr. Jessica Heesen, Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe Medienethik der Universität Tübingen, kamen anschließend wieder auf die „Neue Öffentlichkeit“ versus Fragmentierung zu sprechen. Caja Thimm gab zu bedenken, dass nicht alle Zugang zum Internet haben, „der digitale Graben trennt zum Beispiel Generationen,“ erklärte sie, „und statt eines Volks gibt es „Mini-Publics“.
Auch Jessica Heesen bestätigt die themenzentrierte Kommunikation im Internet. Aber „das eigentlich wichtige ist, überhaupt zu kommunizieren um sich zu verständigen. Der Austausch hält die Gesellschaft zusammen,“ lautete ihr Fazit.
Auf dem Podium diskutierten mit der Moderatorin Annette Milz, Chefredakteurin mediummagazin, die Wissenschaftlerinnen Caja Thimm und Jessica Heesen, mit Kersten A. Riechers (Agentur für Online-Kommunikation quäntchen + glück) und dem Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer. Nachdem Kersten Riechert Gespräche generell als identitätsstiftend bezeichnete, ob am Küchentisch oder über Twitter, war sich die Runde einig, dass vor allem für Medienkompetenz der jungen Nutzer gesorgt werden müsse und natürlich eine anständige Finanzierung von Qualitätsjournalismus notwendig sei.
Zum Abschluss fasste TLM-Direktor Jochen Fasco das Motto des Mediengesprächs zusammen: „Wir sind ein Volk – in ganz vielen Communities.“
Mehr dazu auf auch auf der Homepage der LPR Hessen.
Text und Fotos: Sonja Lehnert








