DJV Hessen spannt beim Verbandstag in Wetzlar den Bogen von der Krise zum Optimismus

Wetzlar, 4. Juli 2015 – Der DJV Landesverband Hessen hat bei seinem Verbandstag in Wetzlar am 4. Juli zwei Resolutionen einstimmig angenommen. Darin wendet sich die Journalistenorganisation nach dem Ausstieg der Wetzlar Druck GmbH aus der Tarifgebundenheit erneut gegen die Flucht der hessischen Verleger aus dem Flächentarif. Der neuerliche Schritt bedeutet eine weitere Abqualifizierung von regionalem Qualitätsjournalismus.

In einer weiteren Resolution fordert der Verband den Hessischen Rundfunk auf, journalistische Arbeitsplätze im hr nicht niedriger als bisher einzugruppieren.  

Tarifflucht wachsende Konzentration im Zeitungsmarkt und Personalabbau waren Themen des diesjährigen Verbandstags. Aber auch der erfolgreich durchgeführte Arbeitskampf in Marburg, der erstmals veranstaltete Hessische Jungjournalistentag und der Blick auf eine flexiblere zukünftige Verbandsarbeit wurden diskutiert.

Einstimmig wurde Hans-Ulrich Heuser in seinem Amt als Erster Vorsitzender des Landesverbandes Hessen bei der Wahl bestätigt. Die Delegierten, Vertreter der knapp 2.600 Mitglieder, wählten zum neuen Stellvertreter Knud Zillian, freier Redakteur beim hr und stellvertretender Vorsitzender des örtlichen Personalrats in Frankfurt. Bestätigt als Schatzmeisterin wurden Dr. Gabriela  Blumschein, als Schriftführer Martin Schmidt, als Beisitzer Dr. Klaus Andrießen, Axel Häsler, Harro Menzel und Jörg Steinbach.

Die Delegierten erlaubten sich auch Optimismus. Zunehmendes Interesse der Medienpolitik, sowohl auf Bundes- als auch auf Europaebene, der erfolgreich geführte Arbeitskampf der Oberhessischen Presse in Marburg und die Teilnahme des journalistischen Nachwuchses beim Hessischen Jungjournalistentag JJT  in der IHK Frankfurt zeigten in eine positive Richtung.

„Das traurigste Kapitel im Berichtszeitraum war der gravierende Stellenabbau beim ‚Darmstädter Echo,‘ begann Hans-Ulrich Heuser, Erster Vorsitzender des DJV Landesverbandes Hessen, seine Aufzählung der Verlage, die dem personellen Kahlschlag folgten, den die „Frankfurter Rundschau“ einst begonnen hatte. Betroffen sind die Redaktionen der „Waldeckischen Allgemeine“ und der „Frankenberger Zeitung“, die geschlossen wurden oder werden, das „ Rüsselsheimer Echo“, das an die „Frankfurter Neue Presse“ gehen soll,und die Zeitungsgruppe Lahn-Dill, bei der nach dem Wechsel in der Geschäftsführung nur noch identische Ausgaben übrig geblieben sind, die sich allein durch den Titelkopf unterscheiden, die Pressevielfalt der Region jedoch drastisch minimiert ist. Jetzt reihte sich auch noch die Wetzlardruck GmbH in die Schlange der hessischen OT-Verlage ein. Bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ droht noch immer der im vergangenen Sommer angekündigte Stellenabbau. Mit dem Hessischen Rundfunk und der Streichung aller Redakteursstellen von FFH bei „Radio harmony“ sind auch  die Rundfunkanstalten mit im Boot kostensparender Unternehmen.

Eine optimistische Wendung erhielt der Verbandstag unter anderem durch die Berichte der Fachausschüsse und Netzwerke, die mit großem Engagement an der Basis arbeiten. Die Anhörung im Hessischen Landtag zur Lage der Medien in Hessen, die Gespräche  mit Abgeordneten des Europaparlaments oder der Hessische Jungjournalistentag sind Beispiele dafür.

Nach wie vor erneuerte der DJV Hessen die Forderung nach einer Reform des Landespressegesetzes mit der Verankerung der inneren Pressefreiheit sowie nach einen Sitz im hr-Rundfunkrat.

Text: Sonja Lehnert

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