Qualitätsmedien stehen hoch im Kurs

Wiesbaden, 03.08.2015 - Nach allen verbalen Attacken gegen Journalismus, Journalisten und deren Glaubwürdigkeit, hatte das ZDF eine Umfrage bei der Forschungsgruppe Wahlen in Auftrag gegeben. Im Juni wurden Nutzer von Mediengattungen und einzelner Medien nach ihrer Einschätzung zur Werthaltigkeit und Korrektheit der Inhalte befragt.

Die Bewertung konnte anhand einer Zahlenskala von minus fünf bis plus fünf (analog zum Politbarometer, das die Forschungsgruppe regelmäßig veröffentlicht) durchgeführt werden. Minus fünf war absolut unglaubwürdig, plus fünf absolut glaubwürdig.

Eindeutige Ergebnisse

Es stellte sich heraus, dass regionale und überregionale Tageszeitungen, die wöchentlichen Nachrichtenmagazine sowie die öffentlich-rechtlichen Sender von der großen Mehrzahl der Befragten als glaubwürdig angesehen werden. Das Vertrauen in die regionalen Tageszeitungen wird mit plus 2,5 angegeben, in die überregionalen mit plus 2,4. Wöchentliche Nachrichtenmagazine schneiden mit plus 2,2 und die öffentlich-rechtlichen Sender mit plus 2,0 gut ab. Im Minusbereich, mit minus 2,0, schneidet die "Bild" ab. Großes Vertrauen in Tageszeitungen und trotzdem sinkende Auflagen? Das deutet auf ein verändertes Nutzungsverhalten hin, nicht aber auf Vertrauensverlust.

Interessanter Nebeneffekt der Umfrage war die Einschätzung der sozialen Medien (-1,4) wie Facebook und Twitter. Selbst von ihren Nutzern werden sie kaum als relevante Informationsquelle angesehen.

Quelle: Gastbeitrag von Thomas Bellut, Intendant des ZDF, auf faz.net

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