20 Workshops, Präsentationen und Gespräche, Impuls und Abschlusspodium, dazu noch Kurzvorträge in der Mittagspause machten das pralle Programm des Tages aus.
Vom Constructive Journalism, über den Hansi Voigt von watson.ch in seinem Impulsreferat sprach, bis zu (noch un-)möglichen Bezahlmodellen, über die in der Schlussrunde diskutiert wurde, kam fast alles zur Sprache, was die journalistischen Gemüter zur Zeit bewegt. In schneller Folge reihten sich die Informationen aneinander und stellten ein Kaleidoskop der Möglichkeiten in einer Vielfalt dar, wie sie so noch nie zur Verfügung stand – man muss sie nur zu nutzen wissen.
Die Sammlung der unterschiedlichen journalistischen Themen war immens und mit ausgezeichneten Referenten besetzt. Längst wird nicht mehr darüber nachgedacht, wie sich Print- und Online-Journalismus voneinander unterscheiden. Ob eine Recherche und Informanten geschützt werden müssen, um den Bericht zu drucken oder online zu veröffentlichen , ist unerheblich. Wer im Selbstverlag ein e- oder Print-Book herausgeben will, muss die gleichen Schritte gehen. Und dass Online die Plattform - zumindest - der nächsten Generation ist, hat sich bereits gezeigt. Hansi Voigt stellte deshalb die Frage, wie die jungen Leute, von denen kaum noch jemand eine gedruckte Zeitung in die Hand nimmt, ins Boot des „Nachrichten Lesens“ geholt werden können. Die Nutzerzahlen seiner Plattform steigen (in der Schweiz sind es zwischen 160.000 und 180.000) und auch die Einnahmen, die zu 80 Prozent vom Umsatz mobiler Werbeanzeigen kommen. Es ist durchaus möglich, dass der Constructive Journalism seiner Nachrichtenseite dazu beiträgt. Sowie der Dialog mit den Nutzern, „schließlich haben wir einen Kommunikationsberuf,“ erklärte er.
Kontrovers wird es, wenn die notwendige Verschlüsselung von E-Mail Adressen und Messenger, 7- zip-Dateien mit Passwort und VPN-Übertragung versus TweetUps, Instawalk und Speeddatings stehen. Oder auch nicht? - Nicht jeder oder jede führt Interviews mit palästinensischen Soldaten und nicht jede oder jeder geht kreative Wege im Kulturjournalismus. Aber für jede oder jeden stehen Möglichkeiten bereit, in dem Umfeld aktiv und kreativ zu werden, in dem man tätig ist.
Besser Online demonstrierte dazu viele Lösungen und machte viele Vorschläge. Die Themenfelder waren breit gestreut – von Multimedia Storytelling und Datenjournalismus zu Selbstorganisation für freie Journalisten bis hin zu medienethischen Themen wie journalistische Sorgfaltspflichten und den Umgang mit Trollen und Fälschungen. Jetzt heißt es für die Teilnehmenden die Neuigkeiten auszuprobieren und wenn sie passen, in ihren (Arbeits-)Alltag zu integrieren.
Eine Dokumentation der Höhepunkte der Tagung wird in Kürze auf der DJV- Homepage www.djv.de zu finden sein. Weitere Informationen und Eindrücke finden sich auch auf der Webseite unter www.besser-online.info und unter dem Hashtag #djvbo in den sozialen Medien.
Text und Fotos: Sonja Lehnert










