Besser Online

Berlin/Wiesbaden, September 2016 – Rund 220 Teilnehmende kamen zu der Tagung „Besser Online“ im September in die Kalkscheune in Berlin. Die Veranstaltung ist mittlerweile zum Must für die Branche geworden. In diesem Jahr wurden auf vier Zeitschienen zirka 20 Themen diskutiert und mehrere Podiumsdiskussionen organisiert.

Juliane Leopold, Ex-BuzzFeed, und Peter Jebsen, Moderation, eröffnen den DJV-Kongress "Besser Online" in Berlin. Foto: Sonja Lehnert

Stefan Niggemeier sprach unter anderem über seine Möglichkeiten, unabhängig von Verlagen über Medien (Übermedien.de: so auch der Name seiner Plattform) zu schreiben. Mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern diskutierte er aber ebenso über die Schwierigkeiten der Finanzierung und des notwendigen Marketings. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass noch immer 19 Prozent MwSt für Online-Journalismus gefordert wird. Da ist die Politik gefragt,“ forderte der Onliner.

Richard Gutjahr hatte eine Tasche voller Equipment mitgebracht. Er zeigte, wie wenig nötig ist, um eine ordentliche Video-Reportage zu machen. Wie er so schnell immer eine Kamera zur Hand habe, wurde er gefragt. „Das ist das Ergebnis von jahrelanger Praxis,“ sagte er. Auch was sich technisch in den letzten fünf Jahren entwickelt habe, sei früher nicht denkbar gewesen. „Wir laufen auf eine visuelle Welt hinaus. Wenn heute das Bewegtbild ein „nice-to-have“ ist, wird es morgen Standard sein,“ prophezeite er.

Der Lokal-Journalismus wird von Zeitungsverlagen nach wie vor hoch gelobt, bedingt durch Schrumpfen der Redaktionen aber oft sträflich vernachlässigt. „Lokalen Journalismus kann man nicht bündeln,“ hieß es dann auch in der Diskussion über und mit lokalen Online-Plattformen wie altona.info, t3n Magazin, BerlinOnline.de und merkurist.de. Wie macht man ein lokales Medium bekannt? Mit dieser und weiteren Fragen startete die Runde eine spannende Diskussion, die vom direkten Einmischen in eine bestehende Kulturszene über das Einbeziehen der Leserinnen und Leser bis zum Qualitätsjournalismus, Glaubwürdigkeit und Vertrauen reichte.

In der Diskussion zu Trends befragt, waren sich Richard Gutjahr (Gutjahr.biz), Duygu Gezen (Radio Bremen), Manniac (YouTuber) und Manuel Lorenz (Bild.de) einig: „Man kann mit den neuen Erzählformen wie Snapchat spielen. Es gibt aber für jeden Inhalt auch bestimmte Plattformen“ – und das junge Nutzerinnen und Nutzer nur Spaßinhalte bevorzugten sei ein Vorurteil. Sie verlangten News, die aber anders als in den traditionellen Nachrichtenportalen aufbereitet sein müssten.

Wie kann sich der Journalismus zwischen Algorithmen, Live-Streamings
und Sozialen Medien behaupten? DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall gab in der Abschlussdiskussion ein Antwort: „Wir Journalisten haben dann eine Zukunft, wenn wir weiterhin Neues ausprobieren. Die Impulse müssen von uns kommen. Auf die Medienunternehmen können wir nicht warten.“

Die Dokumention von Besser Online 2016 befindet sich auf der Internetseite des DJV: www.djv.de

Archiv bis Oktober 2013

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