Ein schwarzer Sarg, eine Gedenktafel mit Fotos der Betroffenen, Grablichter und Blumen symbolisierten das Ende der T-online.de-Redaktion in Darmstadt. Am Sarg wurde eine Grabrede gehalten, eskortiert von einem schwarzgekleideten Sensen-Mann, dessen Sense bezeichnend die Aufschrift Ströer trug. Die Schlange der Trauer tragenden Menschen wollte nicht abreißen. Sie legten Blumen nieder und stellten Grablichter auf.
Im November 2015 hatte das Kölner Werbe-Unternehmen Ströer das t-online-Portal von der Deutschen Telekom gekauft. Doch nun soll, wie im September angekündigt wurde, zum 1. April 2017 die Darmstädter Redaktion geschlossen und stattdessen in Berlin ein zentraler Newsroom geschaffen werden. Dort ist geplant, alle Aktivitäten von Ströer zusammenzufassen, die sich mit dem Erstellen von Inhalten befassen. Dafür sind 60 Stellen vorgesehen, befristet auf zwei Jahre und ohne die Mitwirkung der Darmstädter Redakteurinnen und Redakteure. Denen wurden die Arbeitsplätze nämlich gar nicht erst angeboten. Eine Erklärung darüber ist bis heute nicht erfolgt. Die Vermutung liegt nahe, dass Ströer sich damit aus dem Tarif verabschieden will. Für die Darmstädter besteht noch ein Tarifvertrag, der in Berlin aber nicht weitergeführt wird. Auch die Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing und Technik verlassen Darmstadt. Sie sollen nach Frankfurt umziehen. Jan Eger, Mitglied des Betriebsrats, sagte, dass gerade die ersten Gespräche mit der Geschäftsführung gestartet seien. Über Details eines Sozialplans, wie zum Beispiel Nachteilsausgleich, könne er zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen.



