Tarifrunde Tageszeitungen ohne Termin vertagt

Wiesbaden/Berlin, 20.04.2016 – Ohne nennenswerte Verhandlungsfortschritte endete gestern in Berlin die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 13.000 Redeakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen. Der Deutsche Journalisten-Verband nannte das modifizierte Angebot der Verleger unzureichend.

Foto: S. Lehnert

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hatte zuvor einen über zwei Jahre laufenden Gehaltstarifvertrag gefordert. Die angebotene Gehalts- bzw. Honorarerhöhung sollte nach BDZV-Vorstellung einmalig zwei Prozent zum 1. Mai 2016 betragen. „Damit hat sich der BDZV gegenüber der zweiten Tarifrunde am 10. März kaum bewegt“, kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring.

Döhring warf den Verlegern vor, dass sie offenbar die berechtigte Forderung der Journalisten nach einem realen Einkommenszuwachs nicht ernst nähmen: „Wer in Sonntagsreden die Bedeutung des Qualitätsjournalismus feiert, darf nicht werktags an der Abkopplung der Journalisten von der allgemeinen Einkommensentwicklung basteln.“

Der DJV-Verhandlungsführer dankte den Kolleginnen und Kollegen, die parallel zur dritten Tarifrunde dem Aufruf des DJV zu Warnstreiks gefolgt seien. Arbeitsniederlegungen gab es an mehreren Zeitungstiteln in Baden-Württemberg und in Ostwestfalen-Lippe. An einer zentralen Streikversammlung in Bielefeld nahmen am Mittag rund 100 Journalisten teil. zoe

Die punktuellen Warnstreiks seien als kleine Nadelstiche gegen dickfellige Verleger zu sehen, sagte Döhring: „Wenn sich der BDZV nicht spürbar bewegt, können wir die Streikmaßnahmen problemlos ausweiten.“ Ein Termin für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen wurde noch nicht vereinbart.

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