Bilder im Journalismus unersetzlich

Wiesbaden, 24. Juni 2016 - Mit großer Resonanz wurde am Dienstag die Ausstellung „Pressefoto Hessen-Thüringen 2015" in der IHK in Wiesbaden eröffnet. Fotojournalisten zeigen der Öffentlichkeit ihre Momentaufnahmen des Alltags, den sie tagtäglich mit ihrer Arbeit darstellen.

Gordon Bonnet, Geschäftsführer für den Bereich Standort und Kommunikation bei der IHK Wiesbaden.

Ulrich Heuser, Vorsitzender des DJV Hessen.

Wolfgang Greilich, Vizepräsident des Landtags. Fotos: Sonja Lehnert

Das Präsidentenzimmer der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden in der Wilhelmstraße war der geeignete Rahmen, Wissenswertes über den Fotojournalismus zu erfahren. Anlass gab die Ausstellungseröffnung „Pressefoto Hessen-Thüringen 2015", die noch bis zum 11. Juli im Foyer der IHK zu sehen ist.  Etwa 50 Besucherinnen und Besucher wurden von den Begrüßungsworten aufgefordert, die Ausstellung und die Pressefotografie mit anderen Augen zu sehen.

Gordon Bonnet, Geschäftsführer für den Bereich Standort und Kommunikation bei der IHK Wiesbaden, drehte die Uhr zurück bis zu den Anfängen des Fotojournalismus. Waren vor 1920 Aufnahmen nur dazu gedacht, Personen und  Situationen möglichst vorteilhaft darzustellen, gelang es  Erich Salomon (1886-1944) mit Hilfe der damals neuartigen Technik kleinerer Kameras, „unbemerkt" Fotos zu schießen. Als zum Beispiel 1930 die Siegermächte des Ersten Weltkriegs über den Fortgang der Reparationszahlungen verhandelten, schlich er sich heimlich in den Konferenzraum. Er fand die Politiker, die dort tagen sollten, schlafend in ihren Sesseln vor. Salomon ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen – er fotografierte sie. Das Foto ging um die Welt.

1936 erschien in New York die Wochenzeitschrift „Life", in der „revolutionär" nicht die Artikel sondern die Fotos im Mittelpunkt standen. „Wenn deine Bilder nicht gut sind, bist du nicht nah genug dran gewesen", war die Devise Robert Capas, einem der bekanntesten Life-Fotografen. Nicht selten riskierten Fotografen sogar auch ihr Leben, wenn sie mit ihren Fotos informieren und wachrütteln wollten, schloss Bonnet.

Ulrich Heuser, Vorsitzender des DJV Hessen, unterstrich, „Bilder sind im Journalismus unersetzlich", pofessionelle Pressefotografen übermittelten die Ereignisse mit ihrem Blick auf die Details und zeigten damit mehr, als auf den ersten Blick zu sehe sei. Der Fotowettbewerb, der 2016 zum 10. Mal ausgeschrieben werde, zeige, was Bildjournalismus könne.

Eine weitere nicht unerhebliche Aufgabe des (Bild-) Journalismus sprach Wolfgang Greilich, Vizepräsident des Landtags, an. Es bereite ihm Sorge, wie gerade in der Türkei der Journalismus als Eckpfeiler der Demokratie ins Wanken gerate. Das betreffe neben Pressefotografen und Journalisten nun auch Politiker. Das seien Angriffe auf die Demokratie und auf unsere Werte. Greilich dankte den Fotografinnen und Fotografen der Ausstellung, dass sie es möglich machten, den eigenen Blick auf die Geschehnisse zu schärfen.

Nach diesen ernsten Worten war Zeit, sich die Ausstellung anzusehen, zu diskutieren und die zweite Halbzeit des EM-Spiels Deutschland - Nordirland zu sehen.

 

Aufmerksam verfolgten Kolleginnen und Kollegen des Mannheimer Morgens und des Wiesbadener Kuriers das Geschehen. Weiterzulesen unter: MaMo online, MaMo

 

Archiv bis Oktober 2013

Dieser Link öffnet ein separates Fenster mit den Artikeln der bisherigen Homepage des DJV Hessen von 2004 bis zum Oktober 2013.

Termine