Der Bezirksverband wird dem Landesverbandstag des DJV-Hessen im Juni einen Antrag vorlegen, nach dem die Bemühungen des Verbandes um eine flächendeckende Geltung der Tarifverträge im Printbereich verstärkt werden sollen. Darauf einigten sich die Mitglieder, die sich zur Jahreshauptversammlung in Wetzlar zusammengefunden hatten. Demnächst soll zudem ein Ausflug des Bezirksverbandes zur Firma Leica stattfinden.
Andrießen hatte zuvor in seinem Vorstandsbericht für 2016/17 die zunehmende Bedrohung der Pressefreiheit im Ausland und in gewissem Umfang auch im Inland als Gefahr für Journalistinnen und Journalisten - aber auch für die Demokratie selbst bezeichnet. Umso mehr gelte es für die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag aufs Neue, für Kritik, Toleranz und demokratische Werte einzustehen. Wenig erfreulich nannte der scheidende Vorsitzende auch die Lage der Festangestellten und Freien an Lahn und Dill. Zum einen ziehe die Tarifflucht von Wetzlardruck als größtem Arbeitgeber der Branche in der Region zunehmend auch Nachteile für die Kolleginnen und Kollegen nach sich, deren Verträge nach dem Austritt des Verlags aus der Tarifgemeinschaft auf dem damaligen Niveau eingefroren sind. Zwar seien danach Kollegen neu eingestellt worden - allerdings zu weniger guten Konditionen als nach dem Flächentarif. Zum anderen seien die Honorarsätze der hauptberuflichen freien Journalisten von den hessischen Zeitungsverlagen in der Regel nicht den zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften im Jahr 2010 vereinbarten allgemeinen Vergütungsregeln angepasst worden, weil sie sie nicht unterschrieben hatten. Inzwischen seien diese Vereinbarungen von den Arbeitgebern sogar wieder gekündigt worden. Im Falle einer Klage vor Gericht seien die Vergütungsregeln aber nach wie vor der gültige Anhaltspunkt für die Höhe des Zeilenhonorars - auch in Hessen. Der Pferdefuß sei allerdings, dass Klagen auf vorenthaltenen Lohn nur für solche freien Journalisten sinnvoll seien, die anschließend auf weitere Aufträge ihres Verlages verzichten könnten.
Als Gast begrüßten die Journalistinnen und Journalisten von Lahn und Dill den zweiten Vorsitzenden des DJV Hessen, Knud Zilian. Er führt den Landesverband bereits seit Anfang des Jahres. Den seit dem Jahreswechsel lässt Ulrich Heuser nach 26 Jahren sein Amt als erster Vorsitzender des DJV Hessen ruhen. Zilian erklärte, dass er im Juni als Vorsitzender kandidieren wolle und skizzierte, welche Schwerpunkte er setzen wolle, wenn er das Vertrauen der Delegierten bekomme. Seine Forderung, dass der DJV alles tun müsse, um neue Mitglieder zu bekommen, stieß auf allgemeine Zustimmung. Der Bezirksverband Lahn-Dill bestimmte die Mitglieder seines Vorstandes als Delegierte für den Landesverbandstag.

