Fotografen haben neuen Vorstand

Wiesbaden/Framkfurt, 21. September 2017 - Der neue Bundesfachausschuss der Fotografen und Bildjournalisten tagte in Frankfurt. Er hat seit September 2017 einen neuen Vorstand. Bei der ersten Sitzung nach der Neustrukturierung der Fachausschüsse wurden als Vorsitzender Thomas Geiger, Fotografensprecher in Bayern, und zu seinem Stellvertreter Dr. Bernd Seydel, Fotografensprecher in Thüringen, einstimmig gewählt.
Der neue und der alte Vorstand: (v.l.) Dr. Bernd Seydel (Thüringen) und Thomas Geiger (Bayern) übernehmen die Nachfolge von Manfred Herbertz (Baden-Württemberg) im Bundesfachausschuss der Fotografen und Bildjournalisten. Foto: Karsten Socher

Der neue und der alte Vorstand: (v.l.) Dr. Bernd Seydel (Thüringen) und Thomas Geiger (Bayern) übernehmen die Nachfolge von Manfred Herbertz (Baden-Württemberg) im Bundesfachausschuss der Fotografen und Bildjournalisten. Foto: Karsten Socher

Der Vorstand übernimmt damit die Nachfolge von Manfred Herbertz, Fotografensprecher in Baden-Württemberg, der nicht mehr dem neuen Fachausschuss angehört.

Der neue Fachausschuss ist nach Beschluss des Bundesvorstandes von 16 auf sieben Mitglieder geschrumpft. Ihm gehören aktuell die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen (vertreten durch Karsten Socher), Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen an. Die Mitglieder trafen sich im Tagungscenter „The Squaire“ am Flughafen Frankfurt am Main zu ihrer ersten regulären Sitzung, um unter anderem die Themenpunkte Google, Presseausweis, Fotografen haben Namen und interne Kommunikation zu besprechen.

Google in Konkurrenz zur Fotoindustrie

Google hat vor einiger Zeit seine Bildersuche überarbeitet und zeigt die Treffer in seinen Ergebnissen an. Hier kann man sich die Bilder groß anzeigen lassen, teilen und ggf. direkt herunterladen, ohne dass dabei die Suchenden direkt auf die Seite der Urheber gelenkt werden. Dabei kommt es nicht nur zu Urheberrechtsverletzungen, sondern die Fotoindustrie wird auch nachhaltig geschädigt. Viele Fotografen und Bildagenturen beklagen einen Einbruch der Besucherzahlen auf ihren Webseiten um mehr als 80 Prozent, damit verbunden ist auch ein Umsatzrückgang. Mittlerweile haben die ersten Verbände gegen Google Klage eingereicht. Der DJV führt im Oktober weitere Gespräche mit den Verantwortlichen, um auf die Probleme hinzuweisen und Lösungen zu finden. Mitglieder werden bis dahin gebeten zu überprüfen, wie sich die neue Bildersuche auf ihren Traffic – also auf die Besucherzahlen – auswirkt. Sind die Besucherzahlen zurückgegangen, gibt es damit verbunden einen Umsatzrückgang, kommt es vermehrt zu Verstößen gegen das eigene Urheberrecht? Bitte protokolliert euer Ergebnis. (Weitere Informationen)

Der neue Presseausweis 2018

Ab Januar gibt es wieder einen offiziellen Presseausweis mit Unterschrift des Bundesinnenministers. Viele Jahre hatte der Bundesinnenminister den Presseausweis nicht mehr unterschrieben. Der Bundesfachausschuss der Fotografen und Bildjournalisten freut sich darüber, dass dies ab kommendem Jahr geändert ist und hat dem Bundesvorstand vorgeschlagen, eine multimediale Aktion zu der Einführung zu starten. Mit dieser Aktion sollen Pressestellen und Behörden besser darüber aufgeklärt werden, wie der neue Ausweis aussieht und sich von anderen sogenannten Pressausweisen oder Leserreporterausweisen unterscheidet. Mit einer solchen Aktion soll Pressesprechern geholfen werden, hauptberufliche Journalisten von anderen Medienvertretern zu unterscheiden.
(Hierzu weitere Informationen)

Fotografen haben auch 2017 Namen

Die Auswertung der Aktion „Fotografen haben Namen 2017“ ist abgeschlossen. Einmal im Jahr werden die deutschen Tageszeitungen daraufhin überprüft, ob diese die Namen der Fotografen zu den jeweiligen Bildern richtig abdrucken. Jeder Fotograf hat das Recht, dass sein Name bei den Bildern erscheint. So schreibt es das Urheberrecht vor. Dabei reicht es einfach nicht nur hinzuschreiben, dass die Aufnahme von einer Agentur oder aus dem Archiv stammt. Auch bei honorarfreien Bildern oder Aufnahmen aus den sozialen Medien gehört der Name des Fotografen abgedruckt. Wird der Name nicht genannt, kann der Fotograf Schadensersatzansprüche geltend machen. Wer sich an das Urheberrecht hält und wer die meisten Verstöße zu verzeichnen hat, wird Anfang Oktober offiziell vom Bundesvorstand des DJV bekanntgegeben.
(Weitere Informationen im Oktober)

Kommunikation mit Fotografen im DJV

Die neue Struktur des Bundesfachausschusses stellt den neu gewählten Vorstand vor eine besondere Aufgabe: Wie kommuniziert man mit den Landesverbänden, die nicht im Bundesfachausschuss vertreten sind oder vielleicht gar keinen Fotografensprecher mehr im Amt haben? Zusammen mit der Geschäftsstelle Bonn wollen Thomas Geiger und Dr. Bernd Seydel die Landesverbände kontaktieren und an einem gemeinsamen Verteiler arbeiten, damit auch die Fotografen und Bildjournalisten aus den betroffenen Bundesländern über deren jeweiligen Ansprechpartner informiert und zu ihren Problemen gehört werden können.
In Hessen finden interessierte Mitglieder Informationen zu Themen auf www.djvhessen.de in der Rubrik Fachausschüsse - Audiovisuelle Medien. Auch sind alle Fotografen und Bildjournalisten eingeladen, zahlreich an den Fachausschusssitzungen teilzunehmen und sich an den Diskussionen dort zu beteiligen. Nur über eure regelmäßige Teilnahme, Rückmeldungen und Hinweise kann der hessische Fachausschuss und der Bundesfachausschuss die richtigen Maßnahmen einleiten.

Aufruf zum Thema Feuerwehr

Weitere Themen waren unter anderem Burn-Out-Erkrankungen bei Journalisten, die aktuellen Tarifverhandlungen bei DPA und Vergütungsregelungen an den Tageszeitungen, VG Bild-Kunst und MFM, Jahr der Freien, Serviceangebote des DJV, Bildjournalistentag des DJV Berlin im Mai 2017 und die Diskussion über fotografierende Feuerwehrkräfte, deren Bilder an die Medien weitergegeben werden. Besonders zum letzten Punkt ist es wünschenswert, mehr Informationen von den hessischen Fotografen und Bildjournalisten zu erhalten. Wie ist die Situation bei euch vor Ort? Habt ihr einen Umsatzrückgang, weil Feuerwehrpersonal am Unglücksort fotografiert und die Bilder kostenfrei den Medien zur Verfügung stellt? Habt ihr ungewöhnliche Situationen erlebt oder wurdet ihr bei der Arbeit behindert? Konntet ihr beobachten, dass die Feuerwehr mittlerweile filmt und das Material an die Medien abgibt? Bitte teilt diese Informationen euren Fotografensprechern mit.

Von Karsten Socher

Archiv bis Oktober 2013

Dieser Link öffnet ein separates Fenster mit den Artikeln der bisherigen Homepage des DJV Hessen von 2004 bis zum Oktober 2013.

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