Zum Zentrum für evangelische Publizistik und Medienarbeit in Hessen und Nassau gehört die Hörfunkschule. Außerdem im Medienhaus vertreten: die Nachrichtenagentur epd (zweitgrößte in Deutschland), die evangelische Sonntagszeitung; Internet-Redaktion, Social Media, Radio, Fernsehen, Bilddatenbank, Medienverleih und Medienbildung. Laut Birgit Arndt geben sie eine profilierte Orientierung aus evangelischer Perspektive. Sie erklärte auch, warum in ihrem Haus vier verschiedene Tarife bezahlt werden: Pfarrer, Redakteure/Volontäre (Tarif für Zeitschriften), Verwaltungsangestellte und Freie (Privatfunk-Tarif).
Die Hörfunkschule ist stark nachgefragt, sagt Andreas Fauth und bedauert, dass zahlreiche Absolventen eher in die PR als in journalistische Berufe wechseln. Schlechte Bezahlung und nicht familiengerechte Arbeitszeiten, schrecken wohl viele junge Menschen ab, sich für den Journalistenberuf zu entscheiden. Diese Problematik – so AVM-Vorsitzende Sylvia Kuck – sollte bald ausführlicher im Ausschuss diskutiert werden.
Interessant auch: Wer an journalistischen Grundlagenseminaren (z.B. Radio-Starter) oder Workshops für SchülerInnen (z.B. Sommerakademie) teilnehmen möchte, muss nicht evangelisch sein. Außerdem wird DJV-Mitgliedern 10 Prozent Rabatt eingeräumt.
Fachausschuss-Sitzung
Bericht Rundfunk
Sylvia Kuck berichtete von der ARD Strukturreform und den Tarifverhandlungen im Hessischen Rundfunk (für Festangestellte: 2,35 Prozent mehr Gehalt zum 1.1.2018 und nochmals um 2,2 Prozent zum 1.1.2019., Einmalzahlung, Prämie für guten Ausbildungsabschluss und hessenweites Jobticket; außerdem Abschluss einer Altersversorgungsregelung; Freie: auch hier ein Volumen von 4,55% mehr Honorar, zunächst 2,1% plus Einmalzahlung, ab Herbst mindestens 2% mehr Honorar plus ein Sozialpaket. Hier geht es um Bestandschutz, hessenweites Jobticket, Regelungen für ältere KollegInnen …)
Sie berichtete weiter über den hr-Redakteursausschuss, der auf der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse (AGRA) eine „Frankfurter Erklärung“ verabschiedet hat. In diesem Offenen Brief an Verleger-Chef Döpfner wurde Kritik an der „Staatsfunk“-Kampagne geübt und ein Gesprächsangebot an die Kolleginnen und Kollegen in den Zeitungsredaktionen formuliert. Dr. Mathias Döpfner hat darauf prompt reagiert. Das Medienecho war enorm: www.agra-rundfunk.de/wordpress/
Bericht Bild (AVM)
Bei der Bundesfachausschusssitzung am September 2017, wurden Thomas Geiger, Fotografensprecher in Bayern, als Vorsitzender und Dr. Bernd Seydel aus Thüringen als Stellvertreter einstimmig gewählt. Dass die Fachausschusssitzung Bild im Kongress-Centrum am Frankfurter Flughafen stattfand, wurde von den sieben Teilnehmern als nicht günstig empfunden. Man wolle sich im März lieber wieder in den Räumen des Landesverbands Berlin treffen.
Karsten Socher schlug vor, dass beim PresseFotowettbewerb Hessen-Thüringen pro Teilnehmer nur zwei Preise (Anerkennung oder Sieger) vergeben werden. Somit hätten weitere Einsender die Chance, auch einmal gewürdigt zu werden. Ob dies bei der Auswahl der Fotos durch die Jury, Fotograf ist ja zunächst nicht bekannt, überhaupt möglich ist, soll bei einem Verbandstag thematisiert werden.
In diesem Zusammenhang konnte Wolfgang Minich aus Erfurt berichten. Er war als einer der Preisträger Ende November bei der Preisverleihung des PresseFotowettbewerb 2017 im Thüringischen Landtag. Die Neuregelung, dass nur Fotos zum Wettbewerb eingereicht werden konnten, die thematisch etwas mit Hessen und Thüringen zu tun haben, wurde als richtig angesehen. Die hohe Zahl von 63 Fotografen mit 650 Einsendungen bestätigte, dass es sich lohnt, das Augenmerk auf die regionale Berichterstattung zu lenken. 75, von der Jury ausgewählte und zum Teil prämierte Fotos, zeugen von der Qualität der Bildjournalisten, das Besondere in ihrem Bundesland im richtigen Augenblick festzuhalten.
Vorschlag von Dr. Ina Knobloch und kurze Diskussion, zu prüfen, ob Virtual Reality VR als zusätzliche Kategorie in den PresseFotowettbewerb eingeführt werden kann.
Der DJV-Hessen wird gebeten bei Behörden und Verwaltungen, bei Vorlage des neuen Presseausweises, auf die Wichtigkeit der Justifikation (Berechtigung, Rechtfertigung als Journalist) hinzuweisen. Noch immer sind Hobby-Fotografen mit nicht offiziellen Presseausweisen unterwegs.
Die kostenlose Weitergabe von selbst erstellten Einsatzfotos der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten an die Presse wurde erneut beklagt und verurteilt. Die Dienste mögen Fotos nur für ihre eigenen Zwecke, Einsatzauswertung, Beweisfotos oder Schulung machen. Auch das könnte bei der nächsten Sitzung im März zu einem Antrag für den Verbandstag werden.
„Fotografen haben Namen“: Im vergangenen Jahr haben "neues deutschland", die "Morgenpost Dresden" und "Der Tagesspiegel" bei der Aktion am besten abgeschnitten.
www.djv.de/startseite/info/beruf-betrieb/bildjournalisten/fotografen-haben-namen-2017.html
Bericht Online
Jan Eggers berichtete aus dem FA Online über die Überlegungen, die Fachkonferenz "Besser Online" neu aufzustellen und unter anderem die Website grundlegend zu überarbeiten. Die Konferenz selbst soll besser fokussiert und verschlankt werden. Sie ist für Samstag, 22. September, in Leipzig geplant und ist für alle Interessenten offen.
Die Fachgruppe diskutierte außerdem noch eine Anregung aus einem Landesverband, auf Polizei- und Feuerwehrbehörden einzuwirken, dass Pressemeldungen dieser Behörden nur für Journalisten zugänglich gemacht werden, aber nicht für die Allgemeinheit abrufbar und auch nicht von kommerziellen Blaulicht-Portalen verwertbar sein sollten. Die Fachgruppe hält dieses Ansinnen im Zeitalter von Social Media für nicht Erfolg versprechend. Unabhängig davon regt der FA aber an, dass sich die Verbandszeitschrift "Journalist" mit den journalistischen Standards (bzw. deren teilweisem Fehlen) dieser kommerziellen Blaulicht-Portale auseinandersetzt.
Sonstiges
Altersarmut: Dass besonders freie Journalisten von ihrer Arbeit allein nicht mehr leben können, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Unter Leistungsdruck und ohne ausreichende finanzielle Absicherung im Alter, rutschen viele in die Altersarmut ab.
Es soll Suizidfälle - in Hessen und Bayern - gegeben haben. Eine Depression kann Feste wie Freie treffen. Hier wurde angeregt zu prüfen, ob beim DJV-Hessen eine Anlaufstelle für betroffene Kolleginnen und Kollegen eingerichtet werden kann.
Termine
Die nächste AVM-Sitzung wird gemeinsam mit den Mitgliedern der Ortsverbände OV Frankfurt und OV Wiesbaden am 20. März 2018 im Haus am Dom in Frankfurt stattfinden: Vorstellung der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) durch Direktor Joachim Becker. Da auch eine Resolution und/oder Antrag für den Landesverbandstag verabschiedet werden soll, trifft sich der Fachausschuss AVM evtl. eine Stunde vorher. - Gesonderte Einladung folgt.
Landesverbandstag: Freitag, 8. Juni in Wiesbaden
Protokoll: Wolfgang Minich

